#1 – Mike Tyson: Unbestreitbare Wahrheit, die Autobiografie

Meine Fresse! Das habe ich mir gedacht, als ich Mike Tyson: Unbestreitbare Wahrheit* gelesen habe – und das mussten sich die Gegner von Iron Mike gedacht haben, als sie eins auf die Glocke bekommen haben. Mich hat dieses ebenfalls umgehauen. Mike Tyson wird in einem Atemzug mit Muhammad Ali genannt, wenn es um Persönlichkeiten im Boxsport geht. Doch von einem Gentleman à la Ali war Mike Tyson Lichtjahre entfernt.

Stellenweise fragte ich mich, ob ein Mensch tatsächlich so gelebt haben konnte. Das Buch liest sich wie die Biografie einer Mafiagröße. Oder wie Bushido sagen würde: Vom Bordstein bis zur Skyline (und wieder zurück). In ärmlichen Verhältnissen in Brooklyn aufgewachsen wird Mike unter die Fittiche von Cus d’Amato genommen, einem älteren Boxtrainer mit italienischer Herkunft. Cus entfacht das Feuer in ihm und schon mit vierzehn Jahren bekommt Mike ständig eingetrichtert: “Du wirst Schwergewichts-weltmeister.” Es war als hätte man den “Einschaltknopf” gedrückt, aber keiner brachte ihm bei auf den Ausschaltknopf zu drücken und plötzlich starb Cus d’Amato. Mike ist am Boden zerstört, schafft es jedoch trotzdem der jüngste Schwergewichtsweltmeister aller Zeiten zu werden. Es folgt ein Leben voller Ruhm, Geld, Sex, Drogen. Nicht jedoch das mittlere Maß, sondern in gepflegter Mike Tyson Manier: Totaleskalation. Goldenen Lamborghini kaufen, weiße Tiger im Garten halten, zwanzig Frauen auf einmal ins Hotelzimmer mitnehmen und Häuser in Millionenwert besitzen und keine einzige Minute darin verbringen. Schnell kamen auch die gräßlichen Seiten des Ruhms zum Vorschein. Mike wurde als Geldmaschine gesehen, er wurde von Nahestehenden benutzt, verklagt und ausgebeutet.

Doch zwischen seinen ausschweifenden Eskapaden und Intrigen nimmt sich Tyson nur bedingt die Zeit sein Leben zu reflektieren. Zu sehr ist er davon besessen, der Größte und Stärkste zu sein. Schließlich kam die finanzielle Pleite. Doch Mike wäre nicht „Iron Mike“, wenn er nicht einen Weg aus diesem Sumpf finden würde.

Unterhaltung: (5/5)

Ich hatte das Buch in ein paar Tagen durchgelesen, da es mich mitnahm in eine Welt, die so viel anders ist als meine (und den meisten anderen). Des Öfteren musste ich innehalte, um das Gelesene nochmal vor mein geistiges Auge zu projizieren. Wundert euch nicht, wenn ihr euch dabei ertappt, wie ihr ungläubig den Kopf schüttelt. Man lernt viel über den Boxsport und über die Psychologie im Ring.

Stil: (3/5)

In einfacher Sprache geschrieben. Der Leser wird sich nicht groß konzentrieren müssen. Der Autor verwendet viel “Gossensprache”, also vulgäres Vokabular. Ohne dieses, würde die Geschichte auch weniger glaubhaft rüberkommen, schließlich ist Iron Mike – wie er selbst sagt – ein Junge von der Straße. Für Zartbesaitete kann dieses Buch Naserümpfen hervorrufen. 

Erkenntnisse: (4/5)

Das Buch zeigt viele Parallelen zu anderen Sportgrößen oder Persönlichkeiten aus der Unterhaltungsindustrie auf. Mein größtes Take-Away war, dass (wie so oft) der Weg das Ziel ist. Mike war so besessen von seinem Ziel, dass er sich leer fühlte, als er es endlich erreichte. Das Boxen wurde für ihn nur noch zum Mittel, um Geld zu verdienen und seinen außerirdischen Lebensstil zu unterhalten. Vielleicht entdeckt ihr Parallelen zu eurem Leben. Ich jedenfalls habe sie entdeckt.

Für wen ist das Buch geeignet?

Nicht nur für Boxverrückte und Sportbegeisterte, sondern auch für Fans der klassischen Heldengeschichte. Für solche, die einen Tritt in den Hintern brauchen und sich aus dem Jammertal der Tränen ziehen wollen, weil sie mal wieder keine Beförderung bekommen haben oder ihr neuer Schwarm nicht zurückschreibt.

Fazit:

Alex-Liest-Qualitätsscore (ALQS): 12/15

Insgesamt schneidet Mike’s Geschichte mit einem ALQS von 12 ab. Mich persönlich hat das Buch von den Socken gehauen. Man kann von Menschen wie Mike Tyson, die so steil aufgestiegen, aber ähnlich schnell wieder gefallen sind, viel lernen. Eiserne Disziplin und Wille sind beim persönlichen Wachstum immer noch die wichtigste Voraussetzung.

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